Karel Brückner oder Heide Schmidt
Juli 25, 2008
Zwei Personalentscheidungen haben es heute während des Tages zu den Spitzenmeldungen der heimischen Online-Medien geschafft: Karel Brückner wird neuer ÖFB-Teamchef und Heide Schmidt Spitzenkandidatin des LIF. Was ist wichtiger?
Außer den Grünen habe ich in meinem Leben bisher nur das Liberale Forum gewählt. Ich halte den Liberalismus für wichtig, besonders in diesem Land. Ich bewundere diejenigen Menschen, die für das Prinzip der Freiheit leben, gelebt haben und vielleicht auch gestorben sind. Zu meinen lebenden politischen Göttern gehören Nelson Mandela und Vaclav Havel, sowie in meiner persönlichen Umgebung mein Freund Hans Marsalek, der den Widerstand im KZ Mauthausen mit organisierte.
Dennoch habe ich mich letztendlich für die Grünen entschieden. Die Grünen in Österreich machen substanzielle Politik. Sie haben eine breite Basis und sie vertreten neben ihren Interessen vor allem auch ihre Prinzipien.
Es ist oft nicht leicht zu durchschauen, doch ich selbst bemühe mich, diese Prinzipien hochzuhalten. Und zu diesen Prinzipien gehört nicht zuletzt die Freiheit – auch und vor allem für Andere – auch wenn der Terminus „freiheitlich“ in diesem Land seit Längerem eine begriffliche Amokfahrt vollführt.
Die drängenden Probleme unserer Welt können langfristig nur mit Hilfe der Grünen gelöst werden, davon bin ich zutiefst überzeugt. Armut und Abhängigkeit sind immer ein Mangel von erneuerbarer Energie. Und daher wünsche ich mir, dass die Grünen langfristig in ganz Europa zur jeweils stärksten Partei werden. Wir müssen nur lernen, dass wir nicht Politik für die Umwelt machen, sondern für die Menschen. Für uns. Für uns alle.
Wen würde Al Gore wählen? Wen Barack Obama? Wen Nelson Mandela? Und Vaclav Havel? Bei Hans Marsalek weiss ich es inzwischen, er hat es mir vorgestern erzählt. Er wählt die Grünen nicht. Die sind ihm zu liberal.
Und damit sind wir bei Karel Brückner angelangt.
„Österreich“ ruft volksabstimmung aus
Juli 4, 2008
die tageszeitung „Österreich“ hat heute eine volksabstimmung ausgerufen. abstimmungsberechtigte österreicherinnen und österreicherinnener sind mehr oder weniger angehalten, folgende frage mit „ja“ oder auch mit „nein“ zu beantworten:
sind sie eh dafür, dass straßenbahnen auch weiterhin (nicht nur während der em(**)) unter der kz(*)-flagge mit dem fußballherzadler fahren und eh dagegen, dass radfahrer mit diesem komischen pastafari-fetzen in der öffentlichkeit auftauchen? (falls sie die frage nicht verstanden haben, kreuzen sie bitte „ja“ an.)
* kronenzeitungs
** europameisterschaft (das hat nichts mit der eu (***) zu tun, ganz sicher, und auch nichts mit dem teuro, gegen den sind wir sowiesoehklar, verlassen sie sich auf uns)
*** europäische union (ja, so nennen die sich echt)
Der Fußballgott
Juli 1, 2008
Es gibt ihn doch! Der Gottesbeweis wurde bei der EURO 08 meinem Glaubensbekenntnis nach insbesondere erbracht durch:
- die drei eindeutigen Niederlagen Griechenlands,
- den von Ivo Vastic verwandelten Elfmeter gegen Polen,
- Gianluigi Buffons Elferparade gegen Adrian Mutu,
- den bedeutungslosen Abschiedssieg der Schweizer für Köbi Kuhn,
- den Aufstieg Hollands und Italiens aus der Todesgruppe C,
- die dreifache Aufholjagd der Türken,
- das Ausscheiden Italiens im Viertelfinale,
- meine vier Halbfinalkarten und letztlich durch
- „il trionfo della tecnica sul calcio muscolare dei tedeschi“, wie die Gazzetta schreibt.
Die spanische Inquisition hätte ihre Freude gehabt.
Finale
Juni 29, 2008
Heute abend geht das größte, schönste und wunderbarste Sportevent, das dieses Land jemals gesehen hat, seinem Ende zu. Da treffen zwei Gegensätze aufeinander, bei denen es leichtfällt, sich zu entscheiden, welchem man den Sieg wünscht (außer man ist Deutscher). Ich hatte das Vergnügen, den Spaniern im Halbfinale bei ihrer südländischen Leichtigkeit live zujubeln zu dürfen. „Fußball am Rande der Perfektion“ sollte daraufhin auf orf.at zu lesen sein. Wenns gerecht zugeht und es einen Herrgott im Himmel gibt (der Beweis dafür wurde bereits durch das schmähliche Ausscheiden des uninspirierten Titelverteidigers erbracht), dann kenne ich bereits das Ergebnis des heutigen Finales: Sieben zu Zwei für Spanien mit sieben verschiedenen spanischen Torschützen und zwei deutschen Ehrentreffern durch Schweini und Poldi.

